Zahl der Drogentoten steigt

27.06.2017

spiegel-online: Im vergangenen Jahr sind 1333 Menschen in Deutschland an ihrem Drogenkonsum gestorben. Das waren 107 Betroffene oder neun Prozent mehr als im Vorjahr, wie die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) und der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Holger Münch, bei der Veröffentlichung des Jahresberichts 2016 zur Rauschgiftkriminalität am Montag in Berlin mitteilten. Besonders stark stieg die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Konsum sogenannter Designerdrogen.

Dem Bericht zufolge registrierten die Behörden im vergangenen Jahr 98 Todesfälle durch sogenannte Legal Highs, das waren fast dreimal so viele wie im Jahr davor. Dabei handelt es sich um Stoffe, die getarnt als Kräutermischungen, Badesalze, Lufterfrischer oder Pflanzendünger in Onlineshops vertrieben werden. Indem sie die chemische Struktur eigentlich verbotener Substanzen leicht verändern, umgehen die Anbieter solcher Legal Highs das Betäubungsmittelgesetz.

Mit dem Jahr 2016 ist die Anzahl der Drogentoten zum vierten Mal in Folge gestiegen:

  • Bereits 2015 hatte sich die Zahl der Drogentoten um 18,8 Prozent auf 1226 erhöht.
  • Ein Jahr zuvor waren es 1032, im Jahr 2013 noch 1002 Drogentote.
  • Bis 2012 hingegen ging die Opferzahl zurück.

Zwar wurden bei den registrierten Drogentoten 2016 erstmals auch die Todeszahlen durch synthetische Opioide, also Schmerzmittel, erfasst. Werden sie aus der Statistik herausgerechnet, bleiben jedoch immer noch 76 Drogentote mehr als 2015. Menschen, die an den Folgen von Alkohol- und Tabakkonsum gestorben sind, berücksichtigte die Statistik nicht.

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(Quelle: Spiegel-Online)