Neuigkeiten und Veranstaltungshinweise

4. Braunschweiger Jugendkonferenz: Junge Braunschweiger fordern Mitbeteiligung ein

18.12.2017

„Eine Stadt, viele Ideen, deine Kritik – Verändere Braunschweig“. Unter diesem Motto fand am 23.11.2017 die 4. Braunschweiger Jugendkonferenz in der Jugendherberge Braunschweig statt. Sie soll Braunschweiger Jugendlichen eine Plattform bieten, sich zu beteiligen und eine Gelegenheit schaffen Wünsche, Ideen oder Anliegen einzubringen, die Braunschweig jugendgerechter machen sollen.

Jugendliche haben das Recht, basierend auf der UN-Kinderrechtskonvention von 1989, an allen sie betreffenden Dingen mitzubestimmen. Dies spiegelt sich auch in zahlreichen nationalen Gesetzen wieder und ist für Braunschweig im Braunschweiger Beteiligungskonzept festgehalten. Geplant und durchgeführt wird die Jugendkonferenz durch die Jugendförderung und weitere Kooperationspartner der freien Jugendhilfe.

Teilgenommen haben 80 Schülerrinnen und Schüler im Alter zwischen 12 und 20 Jahren aus allen Schulformen. Erstmalig nahmen dieses Jahr nahmen Schülerinnen und Schüler der Berufsbildenden Schulen und die FSJler der Stadt Braunschweig teil.

Schon im Vorfeld der Konferenz konnten die Jugendlichen auf der Internetseite www.jugendkonferenz-braunschweig.de Themen einstellen und/oder Themen voten, die ihnen zusprachen. Zwischen diesen Themen, oder welchen die am Tag noch ergänzt wurden, konnten sie sich ihren Favoriten aussuchen und zu diesem in Kleingruppen arbeiten. So lag die Themenwahl ganz in den Händen der Jugendlichen. Begleitet wurden sie von pädagogischen Fachkräften und Experten aus unterschiedlichen Themenbereichen.

Es haben sich acht Arbeitsgruppen gebildet, die zu folgenden Themen gearbeitet haben:

  • Verbesserung der Infrastruktur:
    Hier liegt der Fokus auf der Verfügbarkeit und Sauberkeit der öffentlichen Toiletten sowie die Mülltrennung für öffentliche Müllbehälter und deren Ausstattung mit Pfandringen.
  • Ausstattung der Schulen:
    Diese Gruppe hat sich in mehrere Untergruppen gegliedert. Zum einen haben sie sich mit der Digitalisierung der Schule, insbesondere der Ausstattung mit Smartboards, Recherchelaptops, flächendeckendes WLAN und einer besseren Ausstattung der Naturwissenschaftsräume auseinander gesetzte. Zum anderen mit mangelnden Parkplätzen an Berufsbildenden Schulen und der Problematik, dass Lehrer auf Schulhöfen parken.
  • Mobbing in Schule:
    Diese Jugendlichen wünschen sich unter anderem Konfliktlotsen und Experten, bei denen es sich nicht um Personen des Lehrkörpers handelt, an jeder Schule. Auch eine Fortbildung für Lehrer, um sie für diese Thema Mobbing sensibel zu machen und regelmäßiger Besuch von außen, steht auf ihrem Forderungskatalog.
  • E-Sport:
    Diese Gruppe möchte ein eigenes E-Sport- Event in Braunschweig. Anfangen wollen sie mit dem Playstation-Spiel Fifa, ein Spiel ohne Altersbegrenzung.
  • Integration:
    Vermehrt ist den Jugendlichen aufgefallen, dass die Anfeindungen gegenüber ausländisch aussehenden Menschen in den letzten zwei Jahren zugenommen haben. Dagegen möchten sie mit einem amerikanischen Bewerbungsverfahren und Begegnungsprojekten vorgehen.
  • Veranstaltungswebsite:
    Die Jugendlichen wünschen sich eine Veranstaltungswebsite, auf der über Events, Partys, Konzerte, Workshops u.a. für unter 18 Jährige informiert wird.
  • Frei benutzbare Jugendräume:
    Die Arbeitsgruppe möchte frei nutzbare oder mietbare Räumlichkeiten ohne Pädagogen, wo sie Partys feiern, Workshops organisieren oder sich einfach treffen können.
  • Jugendforum:
    Eine weitere Gruppe hat sich mit der Weiterentwicklung des Jugendforums beschäftigt.
  • Kostengünstige Schülerfahrkarten:
    Auch gab es wie in den vorangegangenen Jugendkonferenzen eine Arbeitsgruppe zum Thema kostengünstige Schülerfahrkarten. Die Jugendlichen haben eine Kampagne geplant, um das Thema weiter im Bewusstsein der Öffentlichkeit zu halten.

Zu Ende der Konferenz fand eine Abschlussvorstellung der Themen vor geladener Presse und Politik statt, bei der die Jugendlichen kreativ ihre Vorschläge präsentierten mit Theaterstücken, Power Point Präsentationen oder Plakaten.

Nun geht es an die Weiterarbeit. Teilweise wollen die Jugendlichen an den Themen selber arbeiten oder sie werden an bestehenden Arbeitsgruppen angebunden. Einige Themen werden mit der Unterstützung der Jugendförderung an Fachgremien weitergegeben. Erstmalig steht eine finanzielle Unterstützung zur Weiterarbeit der Jugendkonferenz Themen bereit. Die Bürgerstiftung hat diese Gelder eingeworben und verwaltet sie.

Marion Düe
Stadt Braunschweig
Jugendförderung  I  Beteiligung von Kindern und Jugendlichen
Eiermarkt 4-5  I  38100 Braunschweig
Tel.: (0531) 470 8571  I  Email: Marion.duee(at)braunschweig.de

 

 


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