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Drogen- und Suchtbericht 2018: E-Zigarette und Wasserpfeife immer beliebter

22.10.2018

In Deutschland werden mehr E-Zigaretten und Wasserpfeifen geraucht. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mortler, warnt vor den Gefahren und fordert eine stärkere Vorbeugung.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), hat vor wachsenden Problemen durch den Konsum von E-Zigaretten und Wasserpfeifen gewarnt. Hier sei ein "klarer Aufwärtstrend" erkennbar, erklärte Mortler während der Vorlage des neuen Drogen- und Suchtberichts.

Laut Mortler zählen E-Zigaretten zu den unterschätzen Gefahren. "Die neuen Produkte enthalten zwar deutlich weniger krebserregende Schadstoffe als herkömmliche Zigaretten, aber unproblematisch sind sie damit noch lange nicht." Wer jetzt nicht rauche, sollte "unbedingt auf E-Zigaretten und Erhitzer verzichten."

Vorsicht vor "Dampfen" im Auto

Denn auch E-Zigaretten enthielten gesundheitsgefährdende Stoffe wie beispielsweise Formaldehyd. Besonders vor dem "Dampfen" im Auto warnt Mortler. Die Aerosole der E-Zigaretten griffen vor allem die Atemwege von Kindern an.

Auch das Rauchen von Wasserpfeifen, sogenannten Shishas, sei alles andere als ungefährlich, so Mortler: "Shishas sind in den letzten Jahren bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen immer beliebter geworden, aber noch immer hält sich bei vielen das Gerücht, dass der Rauch durch das Wasser gefiltert werde." Das sei natürlich Unsinn.

Teilweise, heißt es im Drogenbericht, würde beim Rauchen von Wasserpfeifen sogar mehr Teer und Kohlenmonoxid aufgenommen als beim Rauchen von Zigaretten.

Immer noch zu viel Alkoholkonsum

Beim Alkohol- und Tabakkonsum gibt es dem Drogen- und Suchbericht zufolge positive Entwicklungen: Dennoch würde Alkohol in Deutschland noch deutlich zu viel und vor allem viel zu gedankenlos getrunken, so Mortler. Dies gelte es zu ändern, denn für viele Menschen bedeute Alkohol ein echtes Problem. Der jährliche Bericht der Bundesregierung warnte zudem vor hohen gesellschaftlichen Folgekosten durch Alkoholkonsum. Der Schaden belaufe sich auf knapp 40 Milliarden Euro pro Jahr. Jeder sechste Mensch in Deutschland trinke Alkohol "in einem gesundheitlich schädlichen Ausmaß".

Während der Alkohol- und Tabakkonsum insgesamt zurückgeht, greifen laut Drogenbericht mehr Menschen in Deutschland zum Joint. Der Cannabis-Konsum, so Mortler, steige nicht massiv, aber spürbar. Dies sei auch deswegen problematisch, weil das heute in Deutschland verkaufte Marihuana und Cannabis laut Drogenbericht deutlich stärker ist als noch vor zehn Jahren.

Dem Bericht zufolge nahm die Zahl der Drogentoten im vergangenen Jahr leicht ab - und zwar auf 1272. Hauptursache für einen Drogentod sind nach wie vor Überdosierungen von Opioiden wie Heroin und Morphin. Mit Sorge beobachten Fachleute zudem eine immer größere Palette neuer, meist synthetischer Wirkstoffe, die teils nur schwer zu analysieren sind.

(Quelle: Tagesschau.de)