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Große Studie zur sozialen Gesundheit von Jugendlichen - Communities that Care: Stadt führt im Februar zum zweiten Mal Befragung in Schulen durch

28.01.2020

Pressemitteilung
Freitag, 24. Januar 2020 Stadt Braunschweig

Braunschweig. Im Februar 2020 findet im Rahmen des Präventionsprogramms „Communities that Care“ (CTC) die zweite flächendeckende Jugendbefragung der Stadt Braunschweig im Verbund mit den weiterführenden Braunschweiger Schulen statt. Befragt werden die 7., 9. und 11. Jahrgänge. Die anonymisierten Daten dienen der Auswahl gezielter Präventionsmaßnahmen auf lokaler Ebene.

Übergeordnetes Ziel ist es, das gesunde Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen in Braunschweig zu fördern und Risikofaktoren für die Entwicklung von Problemverhalten gezielt zu verringern. So kann problematischem Verhalten wie Jugendgewalt, Kriminalität, Alkohol- und Drogenmissbrauch, vorzeitiger Schulabbruch sowie Depressionen und Ängsten frühzeitig entgegengesteuert werden. Die Befragung wird vom Landespräventionsrat und vom Deutschen Präventionstag gefördert. Sie soll künftig alle zwei Jahre stattfinden, um Veränderungen beobachten zu können.

Eine flächendeckende Befragung von Schülerinnen und Schülern in einer Kommune der Größe der Stadt Braunschweig ist in Niedersachsen bislang einzigartig. Nachdem die Daten bisher gezielt für eine Pilotphase im Stadtteil Lamme zu Verfügung gestellt wurden, besteht das Ziel für die städtischen Planungsstellen nun darin, die Daten für die Jugendhilfe und Jugendarbeit im gesamten Stadtgebiet nutzbar zu machen. Über das Vorhaben informiert auch ein Erklärfilm.

Hintergrundinformationen

Erstmalig wurde die Jugendbefragung in Braunschweig im Jahr 2017 durchgeführt. Nach Einrichtung einer Steuerungsgruppe, zusammengesetzt aus Vertretern städtischer Planungsstellen, der Schulen, Schüler- und Elternrat sowie der Stiftung Braunschweiger Kulturbesitz und der Ostfalia Hochschule, wurde ein Modellstandort für den CTC-Prozess ausgewählt. Aufgrund der hohen Anzahl an Kindern und Jugendlichen in der Altersgruppe von 11-18 Jahren und der guten örtlichen Infrastruktur fiel die Wahl auf den Stadtteil Lamme.

Für die weitere Arbeit mit den Daten wurde ein Stadtteil-Team gegründet, in dem unter anderem Grundschule und Kita, Jugendzentrum und Familienzentrum sowie weitere Akteure der örtlichen Jugendarbeit und Politik vertreten sind. Die über die Befragung gewonnenen Daten wurden bisher in erster Linie dem CTC-Stadtteil-Team in Lamme für eine lokale Analyse als Basis für die weitere Planung von Präventionsmaßnahmen zur Verfügung gestellt.

Grundlage von „Communities that Care“ sind langjährige Forschungsergebnisse der Universität Seattle (USA). In mehreren Langzeitstudien wurden Risiko- und Schutzfaktoren ermittelt, die die Entstehung bestimmter Problemverhaltensweisen bei Kindern und Jugendlichen maßgeblich beeinflussen. Die auf diesen Erkenntnissen basierende CTC-Methode wird in den USA seit 1985 bereits an hunderten Standorten angewandt. Außerhalb der USA ist CTC unter anderem in Großbritannien, den Niederlanden, Australien und Kanada erfolgreich im Einsatz. In Deutschland wird das Verfahren seit 2009 bundesweit in unterschiedlichen Städten und Landkreisen durchgeführt.

Den teilnehmenden Kommunen, Städten und Landkreisen ist es damit gelungen, die Präventionsangebote und Maßnahmen für Kinder und Jugendliche besser an den Bedarf

anzupassen und aufeinander abzustimmen. Die Handlungsbereiche Familie, Schule, Gleichaltrige und Nachbarschaft werden dabei gleichermaßen mit einbezogen. Nähere Informationen zu CTC gibt es auch im Internet unter

www.ctc-info.de oder zur Umsetzung in Braunschweig unter www.braunschweig-hilft.de/projekte/ctc/.

Schule und Stadtquartiere profitieren von Ergebnissen

Die Ergebnisse der Befragung geben auch Aufschluss darüber, welche Barrieren für das Lernen und den Schulerfolg vorhanden sind. Auf der Basis der Befragungsergebnisse können schulische und außerschulische Akteure die Planung von Unterstützungs- und Präventionsangeboten besser abstimmen und koordinieren.

Die gewonnenen Daten erlauben sowohl eine Auswertung bezogen auf einen Sozialraum als auch auf einzelne Schulen. Die Ergebnisse werden den teilnehmenden Schulen zur eigenen Verwendung zur Verfügung gestellt.

Umsetzung

Der Online-Fragebogen ist so aufgebaut, dass er innerhalb einer Schulstunde auszufüllen ist. Voraussetzung für die Befragung ist die aktive Einwilligung durch die Eltern/Sorgeberechtigen und die Schülerinnen und Schüler selbst. Um aus der Aktion genaue Rückschlüsse ziehen zu können, ist ein hoher Beteiligungsgrad bei der Erhebung sehr wichtig. Umso deutlicher ist hervorzuheben, dass die Datenschutzbestimmungen eingehalten werden und die Anonymität der Befragten gewährleistet ist. Der Fragebogen und das Befragungsverfahren wurden von der Landesschulbehörde überprüft und freigegeben. Die Auswertung der Daten erfolgt durch ein unabhängiges Institut in Berlin (Deutsches Forschungsinstitut für künstliche Intelligenz).

Um einen reibungslosen Ablauf sicherzustellen und die Belastungen für die Schulen möglichst gering zu halten, wird die Befragung in den Klassen durch externe pädagogische Fachkräfte unterstützt. In der Mehrzahl sind dies Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Braunschweiger Kinder- und Jugendzentren, die in den Stadtteilen gut vernetzt und auch in zukünftige Projektschritte eingebunden sind.

Die Jugendhilfeplanung der Stadt Braunschweig organisiert die Befragung und wird im weiteren Prozess den Austausch zwischen Schulen, Jugendzentren und weiteren Institutionen moderieren. Die vom Landespräventionsrat erstellte „Grüne Liste der Prävention“ (s. www.grüne-liste-prävention.de) gibt einen Überblick über wirkungsevaluierte Präventionskonzepte, die geeignet sind, den durch die Befragungsergebnisse identifizierten Themen erfolgreich zu begegnen.

Kontakt und weitere Auskünfte:

Esther Grüning
Stadt Braunschweig
Fachbereich Kinder, Jugend und Familie  I  Jugendhilfeplanung
Eiermarkt 4 - 5  I  38100 Braunschweig
Tel.: (0531) 470-8672 I Email: esther.gruening@braunschweig.de
www.ctc-info.de
www.grüne-liste-prävention.de
www.braunschweig-hilft.de/projekte/ctc/

 

Stadt Braunschweig  I  Referat Kommunikation
Platz der Deutschen Einheit 1  I  38100 Braunschweig
Telefon: (0531) 470 - 2217, - 3773, - 2757
Mail: kommunikation@braunschweig.de
Weitere Informationen unter: www.braunschweig.de