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Informationsportal zur Förderung von Medienkompetenzen mit Beitrag zu Sexualität und Pornographie im Netz

19.11.2018

Flirten, sich verlieben, Pornos anschauen - die Neugier für Sexualität gehört zum Erwachsenwerden dazu. Nicht nur klären sich Heranwachsende mit Hilfe des Internets auf, auch suchen sie neue Bekanntschaften in sozialen Medien und tauschen erotische Mitteilungen aus. Dadurch wird die natürliche Neugier aber auch zum Risiko: Pornografische Inhalte können verstören oder ein falsches Bild von Sexualität vermitteln. Chat-Foren und soziale Netzwerke bieten zudem eine anonyme Plattform für sexuelle Übergriffe. Und ein erotisches Selfie kann schnell im Netz verbreitet werden. Altersgerechte, unaufgeregte Gespräche mit dem Kind und eine verständnisvolle Begleitung sind Basis für eine gesunde sexuelle Entwicklung und ein gutes Urteilsvermögen.

Sexualität und Aufklärung im digitalen Zeitalter

Was früher Jugendzeitschriften wie das «Bravo» taten, übernimmt heute immer öfter das Internet: Das Web ist sowohl für Mädchen wie auch Jungs eine wichtige Sexualaufklärungsquelle. Mädchen ziehen hauptsächlich Lexika (z. B. Wikipedia), Aufklärungs- und Beratungsseiten oder Internetforen zu Rate. Für Jungen sind Sexfilme zur Information genauso wichtig. Dies zeigt eine Studie der Deutschen Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (2017).

Und was ist dran an der verbreiteten Meinung, die heutige Jugend sei - gerade durch das Internet und angesichts der Beliebtheit von Dating-Plattformen wie Tinder, Grindr, LoveScout24 oder Zoosk - übersexualisiert? Der Begriff «Generation Porno» wird in den Medien immer wieder gerne verwendet. Aktuelle Studien zeichnen jedoch eine andere Realität. Annamaria Colombo, Professorin an der Hochschule für soziale Arbeit in Fribourg und Co-Leiterin der Studie «Sex, Beziehungen...und du?» (2017) sagte in einem Interview des Tages-Anzeigers: «Die Jugendlichen heutzutage verfügen über einen gesunden Menschenverstand, messen einem progressiven Eintritt in die Sexualität einen sehr hohen Stellenwert und der Intimität, der Partnerwahl, dem richtigen Moment und geeigneten Alter eine grosse Bedeutung bei. Sie sind im Allgemeinen sehr feinfühlig und sehr im Klaren mit sich selbst und ihrer Sexualität.»

Gemäss der oben erwähnten deutschen Studie findet das erste Mal heute tendenziell später statt. Unter den befragten 14-Jährigen hatten erst 6 Prozent schon Sex (2005 lag der Anteil noch im unteren zweistelligen Bereich), bei den 15-Jährigen waren es jede und jeder Fünfte, bei den 16-Jährigen 39 Prozent und bei den 17-Jährigen 58 Prozent.

(Quelle: https://www.jugendundmedien.ch/de/themen/sexualitaet-pornografie.html)