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Schule und Familie: Eine Studie zeigt, wo Kinder mitreden dürfen und wie sie von mehr Partizipation und Teilhabe profitieren.

02.07.2019

Warum ist es gut, wenn Kinder in der Schule oder in der Familie mitreden dürfen? Wissenschaftler der Goethe Universität Frankfurt sind dieser Frage nachgegangen. Sie fanden heraus: Kinder, die regelmäßig um ihre Meinung gefragt werden und mitgestalten dürfen, sind mit ihrem Leben häufiger zufrieden.

Für 4. World Vision Kinderstudie haben die Forscher gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut Kantar Public mehr als 2500 Kinder zwischen sechs und elf Jahren befragt, sie birgt noch weitere Erkenntnisse über Partizipation und Teilhabe junger Menschen:

  • In der Schule können Kinder vergleichsweise wenig mitgestalten: Nur jedes vierte Kind sagte, dass es bei der Wahl seines Sitznachbarn und bei der Aufstellung der Klassenregeln "oft" mitreden könne, bei der Gestaltung des Klassenzimmers und bei Schulfesten oder Schulausflügen war der Anteil noch geringer.
  • In der Familie sieht es besser aus: Mindestens acht von zehn Kindern dürfen selbst entscheiden, mit welchen Freunden sie sich treffen, was sie in ihrer Freizeit machen, welche Kleidung sie tragen und was es zu essen gibt.
  • Die Forscher fanden auch heraus, dass selbstbestimmte Kinder tendenziell mehr Freunde haben und ihre Freizeit vielseitiger und aktiver gestalten. Auch in der Schule wirkte sich die Partizipation positiv aus: Kinder, die vergleichsweise viel mitbestimmen dürfen, schätzten sich selbst häufiger als gute oder sehr gute Schülerinnen und Schüler ein.
  • Die Forscher gehen dabei von einer Wechselwirkung aus: Von sich aus sozial kompetente Kinder bekommen mehr Freiräume zugestanden, um eigene Entscheidungen zu fällen. Dadurch trainieren sie wiederum bestimmte Fähigkeiten. "Gelebte Mitbestimmung und das Erleben von Selbstwirksamkeit unterstützen eine stabile Persönlichkeitsentwicklung, befähigen zur Übernahme von Verantwortung und fördern die soziale Kompetenz von Kindern", schreiben die Macher der Studie.

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(Quelle: spiegel-online.de)