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Studie: Neue Phänomene bei der Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen

30.10.2018

Alle Jugendlichen und immer mehr Kinder sind ständig online, verfügen über eigene Smartphones und nutzen vorzugsweise Apps globaler Unternehmen. Auch die Risikodimensionen haben sich verschoben: Hauptgefahren bei Interaktionen im Netz sind nicht mehr nur verstörende Inhalte, sondern auch sexuelle Belästigung und Mobbing. Auch Apps und Assistenzsysteme, die überall und ständig Äußerungen mithören und persönliche Daten übermitteln, gefährden die Privatsphäre junger Userinnen und User. Die Verantwortung von YouTube, Instagram und Snapchat für ein gutes Aufwachsen junger Menschen mit dem Internet ist 2017 verstärkt ins Bewusstsein gerückt. Durch die Debatten über die Zunahme von Hassbotschaften, islamistischer Radikalisierung und Cyber-Mobbing in den Social Media ist klar geworden: Betreiber müssen mehr tun, um Risiken für Jugendliche zu reduzieren und für Kinder sichere Nutzungsmöglichkeiten zu schaffen.

Zeitgemäße Regelungen und Anstrengungen müssen von diesen Realitäten ausgehen und den Schutz und die Persönlichkeitsrechte von Kindern und Jugendlichen in den Mittelpunkt rücken. Wir brauchen ein System, das Anbietervorsorge, Kompetenzvermittlung und Technik verknüpft. Und wir brauchen Instrumente, die schnell auf Dynamiken des Netzes reagieren, Entwicklungen antizipieren und Antworten vorausdenken. Seit 20 Jahren unterstützt jugendschutz.net die Weiterentwicklung des Jugendmedienschutzes und setzt sich für die Belange der Jüngsten im Netz ein. Mit dem Ausbau zum gemeinsamen Kompetenzzentrum haben Bund und Länder die Voraussetzung geschaffen, dass wir uns verstärkt für die Rechte von Kindern und Jugendlichen auf Teilhabe, Förderung und Schutz einsetzen können.

Der Jahresbericht 2017 beschäftigt sich mit folgenden Phänomenen u.a.: 

  • Selbstverletzung und Suizid: Wettbewerbe fördern gefährliches Verhalten
  • “Legal Highs”: Neue Rauschmittel ohne Altersnachweis verfügbar
  • Islamismus: Rekrutierung durch Anknüpfung an jugendliche Lebenswelt
  • Rechtsextremismus: Hassbeiträge modern und jugendaffin verpackt
  • Kinder in sexuellen Posen: Pädosexuelle Szene über Social Media vernetzt
  • Sexuelle Gewalt: Das Vierfache an Missbrauchsdarstellungen registriert
  • Mobbing und Belästigung: Schlechte Voreinstellungen in Diensten erhöhen Risiken
  • Apps: Altersbewertung berücksichtigt nicht alle Risiken für Kinder
  • Kinder-Communitys: Kein ausreichender Schutz vor belastenden Inhalten
  • Smarttoys: Persönlichkeitsrechte von Kindern verletzt

(Quelle: klicksafe)


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