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Suchterkrankung eines Elternteils: Online-Hilfe durch KidKit networks

22.03.2018

»Kaum etwas überfordert Kinder und Jugendliche so sehr wie die Suchterkrankung eines Elternteils. Viele von ihnen brauchen unsere Unterstützung.« stellt Marlene Mortler, Drogenbeauftragte der Bundesregierung, fest: »Das Fatale aber ist, dass man über Sucht nicht redet. Die Sucht im Elternhaus ist eines der am besten gehüteten Familiengeheimnisse. Wir müssen den Kindern auf dem Weg aus dem Alleinsein entgegenkommen. KidKit networks soll es Kindern und Jugendlichen so leicht wie möglich machen, Kontakt mit professionellen Helfern aufzunehmen.«

Das Projekt KidKit networks bietet Kindern und Jugendlichen von 10 bis 18 Jahren nicht nur Beratung per Mail und Chat, es stellt bei Bedarf auch den Kontakt zu lokalen Hilfsangeboten her. Eine digitale Landkarte ermöglicht Betroffenen zudem, selbst geeignete Hilfsangebote zu finden. Träger von KidKit networks sind die Drogenhilfe Köln und der Verein KOALA.
Die Situation suchtbelasteter Kinder substanziell zu verbessern, ist einer der Arbeitsschwerpunkte der Drogenbeauftragten. Auch im aktuellen Entwurf des Koalitionsvertrages wird die Verbesserung der Situation der Kinder von Suchtkranken als Ziel formuliert. Etwa drei Millionen Kinder haben in Deutschland einen suchtkranken Elternteil. Die Forschung zeigt, dass bislang etwa ein Drittel der Kinder suchtbelasteter Eltern ebenfalls suchtkrank wird und ein weiteres Drittel andere psychische Krankheiten entwickelt. 

Informationen unter:
http://www.kidkit.de/hilfe-vor-ort/
https://www.drogenbeauftragte.de

Hinweis: Unter http://www.bag-jugendschutz.de/PDF/Dossier-Kinder-Suchtkranker-Eltern-web_2017.pdf findet sich ein aktuelles Dossier zum Thema »Kinder suchtkranker Eltern«. 

(Quelle: Pressemeldung der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Berlin/Köln, 9. Februar 2018)