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Tagung "Bilderwelten im Kopf" Virtual Reality: Faszination und Wirkungsvermutungen am 21. Februar

22.01.2019

Tagung | Donnerstag 21. Februar 2019 | Pavillon | Hannover

Die virtuelle Realität (VR) bietet ein neuartiges mediales Erlebnis. Nutzer setzen eine futuristische Brille auf und werden mittels Kopfbewegung selbst zu Akteuren in der virtuellen Welt. Viele Firmen werben mit der VRBrille, damit Kunden das neue Auto vor dem Kauf begutachten oder ihr Reiseziel vorab kennenlernen können. Bei den Computerspielen steht diese Technologie noch am Anfang, aber die Entwickler erwarten einen lukrativen Markt, in dem Kinder und Jugendliche als Käufergruppe keine unwesentliche Rolle spielen werden.

Wegen der ungewohnten Nähe zum Geschehen steht aus der Sicht des Jugendschutzes die Frage im Mittelpunkt, ob die Gewalt in Computerspielen durch die Virtuelle Realität stärkere Effekte auf den Spieler hat und dadurch eher Desensibilisierungen entstehen können. Auf der Fachtagung wird außerdem diskutiert, ob Mädchen und Jungen mit dem als intensiv wahrgenommenen VR-Erlebnis überfordert sind. Auch der mitunter schmale Grat zwischen „Urlaub“ von Alltagssorgen und „Flucht“ vor der Wirklichkeit bereitet einigen pädagogischen Fachkräften Sorgen, weil virtuelle Realität das Spielerlebnis intensivieren kann. Wie diese Bedenken in der Jugendarbeit aufgegriffen und medienpädagogisch bearbeitet werden können, wird am Nachmittag der Fachtagung vorgestellt. Die Erfahrung zeigt, dass VR-Projekte die Neugier wecken und gute Gesprächsanlässe bieten, um einen reflektierten und kritischen Umgang mit Computerspielen bei Mädchen und Jungen zu befördern.

Die aktuellen Herausforderungen des Jugendschutzes liegen aber nicht nur in der Bewertung von Wirkungsvermutungen, die mit neuartigen Technologien einhergehen. Problematisch ist nach wie vor die Einordnung von Online- und Offlineinhalten in unterschiedliche Jugendschutzsysteme wie das Beispiel „Fortnite“ zeigt. Diese Besonderheit, gepaart mit Fragen zum Daten und Verbraucherschutz, werden abschließend auf der Fachtagung erörtert.

Eva Hanel
Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen
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