Das Aktionsjahr „Mehr Braunschweig- weniger Gewalt“ - eine Plattform für die Gewaltprävention und -beratung

Wie kann ein kommunaler Präventionsrat dazu beitragen, die Lebensqualität für die Menschen in einer Stadt zu verbessern und das insbesondere in Braunschweig, wo bereits seit Jahren im Zusammenspiel von zivilgesellschaftlicher und öffentlicher Seite viel Gutes initiiert wird? Und was kann ein Aktionsjahr dazu beitragen?

Der Braunschweiger Präventionsrat hat drei Leitmotive: Prüfen, Fördern und Vernetzen. Mit den im Zweijahreswechsel stattfindenden Aktionsjahren sollen in diesen Bereichen nachhaltige Akzente gesetzt werden:

Anhand der vom Niedersächsischen Landespräventionsrat entwickelten Beccaria-Standards wurde daher das Aktionsjahr als Gesamtprogramm bereits in der Phase der Konzeptionierung überprüft. Dies erhöhte die Wahrscheinlichkeit, dass die anvisierten Ziele erreicht und die (finanziellen) Mittel sinnvoll eingesetzt werden konnten.

Die Unterstützung der in Braunschweig im Präventionsbereich handelnden Personen und Institutionen war und ist ein weiterer strategischer Ansatz. Mit der Fokussierung auf ein Thema - im Jahr 2011 auf das Thema „Gewalt“ - bestand die Möglichkeit, die Effekte einzelner Initiativen zu bündeln und so öffentlichkeitswirksam besser in Erscheinung zu setzen. Dabei war es sinnvoll, auf bereits bestehende und gut funktionierende Netzwerkstrukturen aufzubauen. Es hat sich für das Aktionsjahr darüber hinaus bewährt, den Blick auf weitere Kooperationspartner zu erweitern und sie für die gemeinsame Sache zu gewinnen. So kamen Akteure hinzu, die nicht auf Anhieb als Bestandteil eines präventiven Gesamtansatzes in Braunschweig zu identifizieren waren. Der Logik folgend, dass „das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile“, ist so ein gesellschaftlicher Schulterschluss entstanden, der nachhaltig trägt.

Mit den rund 80 unterschiedlichsten Veranstaltungen für verschiedene Zielgruppen wurden viele Bürgerinnen und Bürger direkt erreicht; das Thema wurde insgesamt publik.

Für die Menschen in Braunschweig wurde im Aktionsjahr sichtbar, wer hilft und Antworten gibt, wenn Gewalt ins Leben tritt! Einige sind im Umgang miteinander sensibler geworden und denken über Gewalt nun anders; andere sind sicherer geworden und wissen, was zu tun ist, wenn sie mit Gewalt konfrontiert werden.

Das Aktionsjahr - das hat die sehr ausführlich durchgeführte externe Evaluation gezeigt - hat sich in vieler Hinsicht bewährt. Den vielen haupt- und ehrenamtlich Mitwirkenden gilt mein besonderer Dank.

 

Ulrich Markurth

Sozial-, Schul-, Gesundheits- und Jugenddezernent

Vorsitzender des Braunschweiger Präventionsrats